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Modell-Mix-Planung: Planung von Liniennetzen (neu) ( RELNAPO_310_PPS_MMP )

Modell-Mix-Planung: Planung von Liniennetzen (neu) ( RELNAPO_310_PPS_MMP )

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Kurztext

Modell-Mix-Planung: Planung von Liniennetzen (neu)

Verwendung

In der Automobilindustrie werden variantenreiche Fahrzeuge und Baugruppen mit hohem Auftragsvolumen in der Regel gemeinsam auf getakteten Fertigungslinien, die in einem Liniennetz miteinander verknüpft sind, hergestellt. Mit Hilfe der Modell-Mix-Planung können Sie auch für diese Form der Fertigung eine Produktionsplanung durchführen.

Das Ziel der Modell-Mix-Planung ist es, im mittel- bis langfristigen Planungshorizont einen Produktionsplan zu erstellen. Dabei müssen die Liefertermine, die zur Verfügung stehenden Kapazitäten und ggf. vorhandene Restriktionen berücksichtigt werden. Das System erzeugt dabei Periodenpakete (dies sind zusammengefaßte Planaufträgen eines Produktes, deren Start- und Endtermine in der gleichen Periode (Tag oder Schicht) liegen), die bereits den Linien, auf denen Sie bearbeitet werden sollen, zugeordnet sind.

Im kurzfristigen Planungshorizont ermittelt das System ausgehend von den Periodenpaketen eine Auftragsreihenfolge mit exakten Start- und Endterminen unter Berücksichtigung von Lieferterminen, Kapazitätsauslastungen und Restriktionen.

Bisher konnte die Modell-Mix-Planung nur für die Planung einzelner Linien eingesetzt werden. Ab SAP APO 3.1 ist es nun auch möglich, die Planung für ein ganzes Liniennetz durchzuführen. Das Liniennetz kann dabei aus zahlreichen hintereinander, aber auch parallel angeordneten Linien, die alternativ zueinander verwendet werden können, bestehen. Um einen Produktionsplan für alle Produkte, die gemeinsam auf einem Liniennetz gefertigt werden, zu erstellen, wird die Modell-Mix-Planung in Form einer Multilinienplanung durchgeführt, d.h. alle Linien innerhalb eines Liniennetzes und alle Produkte, die die verschiedenen Teile dieses Liniennetzes durchlaufen, werden bei der Planung gemeinsam betrachtet.

Für die Bearbeitung der Planungsergebnisse im kurzfristigen Horizont steht, genau wie bisher, die interaktive Sequenzplanung zur Verfügung. Die Reihenfolge der Aufträge auf einer Linie kann in der interaktiven Sequenzplanung manuell oder durch Aufrufen des entsprechenden Verfahrens geändert werden. Im neuen Release wurde die interaktive Sequenzplanung um folgende Funktionen erweitert:

  • Manuelles Umplanen von Aufträgen auf eine alternative Linie
  • Anzeigen von Tracking-Ìnformationen zu einem Auftrag
  • Starten von Aktionen für einen bestimmten Auftrag

In den folgenden Abschnitten werden die Voraussetzungen für die Planung von Liniennetzen mit Alternativliniengruppen sowie der Planungsablauf näher erläutert:

Voraussetzungen für die Durchführung der Multilinienplanung

Um eine Multilinienplanung, d.h.die Planung für ein ganzes Liniennetz, das aus alternativen Linien bestehen kann, durchführen zu können, müssen Sie zusätzlich zum APO ein DI-System mit Release DI 4.6C2 einsetzen und dort die iPPE-Daten, bestehend aus Produktstruktur, Prozeßstruktur und Liniendesign pflegen.

Im folgenden Abschnitt wird nur auf die Daten im Liniendesign näher eingegangen:

Folgende Elemente legen Sie im Liniendesign an und pflegen die entsprechenden Hierarchiebeziehungen sowie die Reihenfolge der einzelnen Elemente :

  • Linien
  • ggf. Linienabschnitte
  • Ein Element aus dem Liniennetz müssen Sie als Planungsabschnitt kennzeichnen. Das Kennzeichen setzen Sie entweder bei einer Alternativliniengruppe oder einer Linie, wenn diese nicht zu einer Alternativliniengruppe gehört. Mit dem Planungsabschnitt bestimmen Sie den Startpunkt für Ihre Planung. Für diese Linie wird die Planung durchgeführt und für die Aufträge werden die Start- und Endzeitpunkte anhand der Terminierungsdaten dieser Linie ermittelt. Um anschließend die Start- und Endzeitpunkte auf den vor- bzw. nachgelagerten Linien zu ermitteln, wird eine Vorwärts- oder Rückwärtsterminierung durchgeführt.

Sie legen eine Abtaktung für das Liniennetz an und geben eine Abtaktungsrate vor, aus der die Taktzeit berechnet wird. Anschließend ordnen Sie die Aktivitäten der Prozeßstruktur den Linienabschnitten so zu, daß die Aktivitäten in der vorgegebenen Taktzeit durchgeführt werden können.

Sie legen für die zu planenden Produkte in der Fertigungsversion das iPPE-Einstiegsobjekt an und tragen dort das Liniennetz und das Teillinienetz ein. Wenn ein Produkt mehrere alternative Wege in einem Liniennetz durchlaufen kann, dann bilden Sie dies mit Hilfe von verschiedenen Teilliniennetzen ab. Für jedes Teilliniennetz müssen Sie dann ein eigenes iPPE-Einstiegsobjekt/ eine eigene Fertigungsversion pflegen.

Sie führen die Übertragung der iPPE-Daten in den APO durch. Dabei werden aus den Linienknoten automatisch Linienressourcen im APO generiert. Bei diesen Linienressourcen müssen Sie im APO manuell die planungsrelevanten Stammdaten, wie z.B. die Basisrate und Schichtprogramme nachpflegen. Dies ist erforderlich, da die Linienressource die eigentliche Planungsgrundlage bildet. Aus der Basisrate berechnet der APO die Taktzeit, mit der in der Modell-Mix-Planung terminiert wird.

Im APO sind folgende neue bzw. geänderte IMG-Aktivitäten der Modell-Mix-Planung für die Multilinienplanung zu beachten:

  • In der IMG-Aktivität LP-Verfahren festlegen überprüfen Sie die Einstellungen für das Optimierungsverfahren Lineares Programm. Dies ist ein neues Optimierungsverfahren für die Planung von Liniennetzen mit Alternativlininiengruppen im mittel- bis langfristigen Planungshorizont.

Ablauf der Multilinienplanung

Beim Planungslauf der Modell-Mix-Planung sucht das System anhand der im Einstiegsbild vorgegebenen Linie/ Liniennetz das gesamte Umfeld anhand der Anordnungsbeziehungen der iPPE-Knoten und Fertigungsversionen zusammen und ermittelt auf diese Weise die betroffenen Produkte und die möglichen Durchlaufpfade durch das Liniennetz.

Im nächsten Schritt liest das System die Customizing-Einstellungen und ermittelt den Planungshorizont. Für diesen Horizont werden pro Tag die zur Verfügung stehenden Kapazitäten der Linienressourcen ermittelt.

Mit Hilfe des LP-Verfahrens werden pro Tag die vorhandenen Bedarfe den Durchlaufpfaden unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Kapazitäten und den festgelegten Restriktionen zugeordnet. Für diese Bedarfe erzeugt das System Periodenpakete. Als Start- bzw. Endtermin für diese Planaufträge verwendet das System den Start- bzw. Endzeitpunkt der Periode (Schicht oder Tag), in der die Planaufträge eingeplant sind.

Periodenpakete, die im kurzfristigen Horizont liegen, werden mit Hilfe des festgelegten Verfahrens, wie z.B. dem genetischen Algorithmus, in Planaufträge mit Losgröße 1 zerlegt. Für diese Planaufträge ermittelt das System mit Hilfe des im Customizing festgelegten Verfahrens die Auftragsreihenfolge mit den exakten Start- und Endterminen.

Übertragung von Auftragssequenzen an die Produktion:

Wenn Sie ein Produktionssteuerungssystem an den APO anbinden, dann können Sie eine Datenübertragung zwischen dem APO-System als Planungssystem und dem externen System, das die Produktions- oder Montagesteuerung übernimmt, durchführen.

Im Anschluß an die Sequenzplanung können Sie eine Übertragung der Auftragssequenzen durchführen, d.h., der APO übermittelt auf Anforderung des Produktionssteuerungssystems sequenzoptimierte APO-Planaufträge blockweise an das Produktionssteuerungssystem zur Abarbeitung.

Folgende neue Funktionen stehen zur Verfügung:

  • Festlegen der Parameter für die Übertragung der Planaufträge
Wie die Übertragung der Aufträge erfolgen soll, legen Sie in der IMG-Aktivität Übertragung der Auftragssequenzen an die Produktion fest. Sie können z.B. festlegen, daß vor der Übertragung automatisch eine ATP-Prüfung für die Aufträge durchgeführt wird, um festzustellen, ob die erforderlichen Komponenten verfügbar sind. Siehe auch: ATP-Prüfung für Planaufträge .
  • Synchronisierung mit bereits vom Produktionssteuerungssystem erhaltenen Aufträgen
Bei der Übertragung der sequenzoptimierten APO-Planaufträge vom APO-System an das Produktionssteuerungssystem ist es jetzt möglich, Aufträge erneut an die Produktionslinie zu übermitteln, die bereits übermittelt (und damit freigegeben) waren, aber nicht abgearbeitet werden konnten.
  • Neue synchrone RFC-Schnittstelle
Diese synchrone Schnittstelle löst die bisherige asynchronen Schnittstelle für die Sequenzübertragung ab. Sie ist gegenüber der asynchronen Schnittstelle technisch einfacher zu realisieren, da das Callback-Verfahren entfällt.

Auswirkungen auf den Datenbestand

Auswirkungen auf die Datenübernahme

Auswirkungen auf die Systemverwaltung

Auswirkungen auf das Customizing

Das Customizing der Modell-Mix-Planung wurde um folgende IMG-Aktivitäten erweitert:

Die IMG-Aktivität Verfahrenspakete festlegenwurde um folgende Einzelverfahren erweitert:

  • genetischen Algorithmus (Multilinien)
Dieser Algorithmus kann für Optimierung von einer Alternativliniengruppe verwendet werden. Weiterhin können mit diesem Verfahren auch mehrere von einander unabhängige Einzellinien, die über ein gemeinsames Produkt (ein Produkt mit verschiedenen Fertigungsversionen, die einzelnen Linien sind dabei in den iPPE-Einstiegsobjekten eingetragen) mit einander verbunden sind, gemeinsam betrachtet und optimiert werden.
  • prozentuale Glättung (Durchmischung/Termin)
Bei dieser Form der prozentualen Glättung können Sie in einem Profil, das Sie in der IMG-Aktivität Prozentuale Glättung festlegen definieren. festlegen, ob bei der Einplanung der Aufträge auf einer Linie die Priorität auf Kundenwunschtermin oder auf der gleichmäßigen Durchmischung der Produkte liegt.

Beachten Sie auch die Regeln zur Kombination der Einzelverfahren mit den passenden Planungsbasen, die im IMG-Dokument Verfahrenspakete festlegen beschrieben sind.

Weitere Informationen

Release-Information zur Restriktionspflege in der Modell-Mix-Planung

Release-Information des iPPE-Liniendesigns






Addresses (Business Address Services)   General Data in Customer Master  
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Length: 14578 Date: 20240412 Time: 154851     sap01-206 ( 285 ms )