Ansicht
Dokumentation

Integration von Dispobereichen (erweitert) ( RELNAPO_401_PPS_MRPAREAS )

Integration von Dispobereichen (erweitert) ( RELNAPO_401_PPS_MRPAREAS )

ROGBILLS - Synchronize billing plans   Vendor Master (General Section)  
Diese Dokumentation steht unter dem Copyright der SAP AG.
SAP E-Book

Kurztext

Integration von Dispobereichen (erweitert)

Verwendung

In SAP R/3 ermöglichen Lagerorte und Lagerort-Dispobereiche eine detaillierte Beschaffungsplanung für einzelne Bereiche innerhalb eines Werks, z.B. für ein Ersatzteillager oder für eine Fertigungslinie. Hierbei ist die Aufteilung eines Werks in Lagerort-Dispobereiche relativ flexibel und kann mit geringem Aufwand geändert werden, wenn Umstrukturierungen es erfordern.

Lagerort-Dispobereiche waren schon bisher mit SAP APO integriert: Bei der Übertragung nach SAP APO wird aus einem Werk des SAP R/3 eine Lokation vom Typ Produktionswerkoder Distributionszentrumund aus einem Lagerort-Dispobereich eine Lokation vom Typ Lagerort-Dispobereich. Für die Integration von Lagerort-Dispobereichen und für den Funktionsumfang des SAP APO gab es jedoch bisher verschiedene Einschränkungen. Dadurch war in Supply Network Planning(SNP), in Capable-to-Match (CTM) und in der Produktions- und Feinplanung (PP/DS) eine Planung mit Lagerort-Dispobereichen nur eingeschränkt und in der Sicherheitsbestandsplanung des SNP überhaupt nicht möglich. Zu den Einschränkungen gehörten z.B. folgende Punkte:

  • Sie konnten nur Lagerort-Dispobereiche mit einem Lagerort von SAP R/3 nach SAP APO übertragen.
  • Sie konnten Bezugsquellen für Fremdbeschaffung und Eigenfertigung des SAP R/3 nur in die Werkslokation in SAP APO übertragen, nicht in die Lagerort-Dispobereiche. Sie mussten daher in SAP APO bei Bedarf die Bezugsquellen für die Planung in den Lagerort-Dispobereichen manuell anlegen.
  • Sie mussten in SAP APO die werksinterne Beschaffung der Komponenten eines Planauftrags aus der Werkslokation oder aus einem anderen Lagerort-Dispobereich immer mit Hilfe von Umlagerungen abbilden, wobei Sie die entsprechenden Transportbeziehungen in SAP APO manuell anlegen mussten. Dies steht im Gegensatz zum Funktionsumfang in SAP R/3, wo bei Eigenfertigung die Entnahme einer Komponente aus einem beliebigen Lagerort des Werks direkt, d.h. ohne Umlagerung, erfolgen kann.
  • Sie konnten einen Planprimärbedarf, der in SAP R/3 einem Lagerort-Dispobereich zugeordnet war, nicht nach SAP APO übertragen.

Um in SAP APO eine durchgängige werksinterne Supply-Chain-Planung auf der Basis von Lagerort-Dispobereichen und Stammdaten des SAP R/3 zu unterstützen, wurde für SAP APO 4.0 die Integration der Lagerort-Dispobereiche und der Funktionsumfang in SAP APO erweitert. Voraussetzung für das angeschlossene SAP-R/3-System ist ein Release ab SAP R/3 4.5B und das Plug-In 2003.1.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen R/3-Releasen werden in folgender Übersicht dargestellt:

Funktion / Release 4.6C 4.70 4.70 + Extension 2.0
Massenpflege für Materialstammzuordnungen zu Dispobereichen X X X
Änderungsbelege für Materialstammzuordnungen X X X
Systemunterstütze Restrukturierung von Dispobereichen X X X
Umlagerungsbestellungen zwischen Dispobereichen   X

Eine Planung mit Lagerort-Dispobereichen ist jetzt in SNP, CTM und PP/DS wie folgt ohne die bisherigen Einschränkungen möglich (wobei Deployment das Planen mit Lagerort-Dispobereichen nach wie vor nicht unterstützt):

  • Integration von Lagerort-Dispobereichen mit mehreren Lagerorten
Sie können Lagerort-Dispobereiche mit mehreren Lagerorten nach SAP APO übertragen. SAP APO unterstützt jedoch keine Prozesse mit gleichberechtigten Lagerorten: Der Zugangslagerort des Lagerort-Dispobereichs aus SAP R/3 ist in SAP APO automatisch der führende Lagerort. Den führenden Lagerort verwendet das System wie folgt:
  • Bedarfe und Zugänge, die eine Planungsapplikation des SAP APO im Lagerort-Dispobereich anlegt, ordnet das System defaultmäßig dem führenden Lagerort zu.

  • Wenn die regelbasierte ATP-Prüfung im Kundenauftrag einen Lagerort-Dispobereich ermittelt, trägt das System neben dem Lagerort-Dispobereich den führenden Lagerort in den Kundenauftrag ein. Eine zweistufige Prüfung auf der Ebene der Lagerort-Dispobereiche und der Lagerorte ist im Kundenauftrag nicht möglich.

Für Umlagerungen von oder in einen Lagerort-Dispobereich können Sie in SAP APO anstelle des führenden Lagerorts einen anderen Lagerort des Lagerort-Dispobereichs als abgebenden Lagerort oder als empfangenden Lagerort kennzeichnen. Das System ordnet den Bedarf oder Zugang einer Umlagerung automatisch dem abgebenden bzw. empfangenden Lagerort zu.
Sie finden in SAP APO die Lagerorte eines Lagerort-Dispobereichs auf der Registerkarte Lagerorte. Für einen aus SAP R/3 übertragenen Lagerort-Dispobereich können Sie die Lagerortzuordnung nicht ändern.
  • Verteilung der Bezugsquellen in SAP APO
Die Bezugsquellen für Fremdbeschaffung und Eigenfertigung des SAP R/3 werden bei der Übertragung nach SAP APO automatisch auf die Werkslokation und auf die Lagerort-Dispobereiche verteilt, für die sie relevant sind. Grundlage der Zuordnung sind Lagerort-Informationen in den Fremdbeschaffungsbezugsquellen und in den Fertigungsversionen des SAP R/3. SNP, CTM und PP/DS können im Rahmen der Bezugsquellenfindung uneingeschränkt auf die Bezugsquellen in Lagerort-Dispobereichen zugreifen. (SNP-PPMs müssen Sie wie gewohnt aus PP/DS-PPMs generieren.)
  • Umlagerung zwischen Lagerort-Dispobereichen
Die Umlagerung zwischen einem Werk und einem Dispobereich des Werks bildeten Sie in SAP R/3 schon bisher mit Hilfe einer entsprechenden Sonderbeschaffungsart ab, die Sie in den Materialstamm eines Materials im Lagerort-Dispobereich eintragen. Bei der Übertragung des Materialstamms wird ab SAP APO 4.0 in SAP APO automatisch eine Transportbeziehung zwischen dem Werk und dem Lagerort-Dispobereich angelegt. Manuelles Anlegen von Transportbeziehungen in SAP APO ist nur erforderlich, wenn Sie eine Umlagerung zwischen zwei Lagerort-Dispobereichen eines Werks abbilden wollen.
Da in der Standardauslieferung des SAP R/3 eine Umlagerung zwischen zwei Lagerorten nur mit Hilfe einer Umlagerungsreservierung abgebildet werden kann, erzeugte PP/DS für eine Umlagerung, an der mindestens ein Lagerort-Dispobereich beteiligt ist, schon bisher eine Umlagerungsreservierung. Diese hat in der Standardauslieferung die Zugangskategorie BD und die Bedarfskategorie BC.
CTM und SNP legten dagegen bisher eine Umlagerungsbestellanforderung bzw. eine SNP-Umlagerung an, die aber als Umlagerungsreservierung nach SAP R/3 übertragen wurde. Ab SAP APO 4.0 legen auch SNP und CTM eine Umlagerungsreservierung an. SNP speichert den Bedarf und den Zugang einer Umlagerungsreservierung - wie bei einer normalen SNP-Umlagerung - in den Kennzahlen Distributionsbedarf (geplant)bzw. Distributionszugang (geplant). Zusätzlich stehen ab SAP APO 4.0 - nur für die Anzeige von Umlagerungsreservierungen - die neuen Kennzahlen Distributionsbedarf (Dispobereich) und Distributionszugang (Dispobereich) zur Verfügung. Damit das System für eine Umlagerung von oder zu einem Lagerort-Dispobereich eine Umlagerungsreservierung anlegen kann, müssen diese Kennzahlen im Planungsbereich und in der Planungsmappe enthalten sein. In den Standardplanungsbereichen und -mappen sind die Kennzahlen enthalten. In eigene Planungsbereiche und -mappen müssen Sie die Kennzahlen ggf. erst aufnehmen. Da in der Standarddatensicht SNP94(1) die Kennzahlen nicht enthalten sind, müssen Sie bei Bedarf die Kennzahlen in die Datensicht aufnehmen.
Folgende Prozesse können Sie mit Umlagerungsreservierungen nicht abbilden:
  • explizite Abwicklung von Transporten mit Transportpapieren, Gefahrgutabwicklung usw.

  • Deployment

Für diese Prozesse sind Umlagerungsbestellanforderungen und damit SAP R/3 Enterprise Core Release 4.70 mit SAP R/3 Enterprise Extension Set 2.0 erforderlich. Wenden Sie sich für weitere Informationen an SAP.
  • Werksinterne Komponentenentnahme ohne Umlagerung
SAP APO unterstützt für einen Eigenfertigungsauftrag die Komponentenentnahme in einer anderen Lokation des Werks. In einem solchen Szenario liegt der Sekundärbedarf für eine Komponente in einer anderen Lokation des Werks als der Zugang, wobei eine Umlagerung der Komponente entfällt. Maßgeblich für die Lokationsfindung sind Daten der verwendeten Bezugsquelle:
  • Bei einem PP/DS-PPM oder einem PP/DS-Laufzeitobjekt ermittelt das System die Entnahmelokation für die Komponente aus dem Lagerort der Komponente im Plan. Bei der Übertragung der Bezugsquellen nach SAP APO ermittelt das System den Lagerort automatisch, wobei es zur Lagerortfindung Stammdaten des SAP R/3 und das Customizing der Lagerortfindung in SAP R/3 verwendet. Sie können in SAP APO in einem PPM für eine Komponente jederzeit einen (anderen) Lagerort eintragen.

  • Bei der Übertragung eines iPPE-Einstiegsobjekts aus einem DI-System ermittelt das System die Entnahmelokation für eine Komponente und trägt diese Entnahmelokation in das iPPE-Einstiegsobjekt ein.

  • Übertragung von Planprimärbedarfen
Sie können einen Planprimärbedarf, der in SAP R/3 einem Lagerort-Dispobereich zugeordnet ist, nach SAP APO in den entsprechenden Lagerort-Dispobereich übertragen.
  • Terminologie
  • Für SAP APO 4.0 wurde in der Oberfläche und in der Dokumentation der Begriff Produktionsplanungsbereichdurch den Begriff Dispositionsbereichersetzt.

  • Der Lokationstyp Dispositionsbereichwurde umbenannt in Lagerort-Dispositionsbereich, um ihn gegen den Lohnbearbeiter-Dispobereich des SAP R/3 abzugrenzen.

Ein Supply-Chain-Modell, das auf den Lagerort-Dispobereichen des SAP R/3 basiert, ist flexibel: Sie können es jederzeit relativ einfach an geänderte werksinterne Prozesse oder geänderte organisatorische Strukturen anpassen, indem Sie in SAP R/3 die Zuordnung von Lagerorten zu Dispobereichen ändern. Mit nur geringem Aufwand erreichen Sie eine entsprechende Anpassung der Stamm- und Bewegungsdaten in SAP APO (wobei Sie die Umstrukturierung manuell oder mit Hilfe eines SAP-Reports durchführen können). Durch die Verwendung von Dispobereichen in SAP R/3 (oder in einem anderen OLTP-System) können Sie also die Modellierung der werksinternen Supply Chain von den relativ starren Werksdefinitionen und der Werksabhängigkeit der Stammdaten (Materialstamm, Stückliste und Arbeitsplan) entkoppeln.

Sie können Lagerort-Dispobereiche in SAP APO nicht nur durch Übertragung aus SAP R/3 anlegen, sondern auch manuell in SAP APO. Dies ist relevant, wenn Sie kein SAP-R/3-System angeschlossen haben.

Auswirkungen auf den Datenbestand

Auswirkungen auf die Datenübernahme

Auswirkungen auf die Systemverwaltung

Wenn Sie schon bisher in SAP R/3 und in SAP APO mit Lagerort-Dispobereichen planen, möchten Sie möglicherweise im Rahmen des Upgrade auf SAP APO 4.0 die Dispobereichsstruktur in SAP R/3 ändern. (Bisher wurden ja in SAP APO nur Lagerort-Dispobereiche mit einem Lagerort unterstützt.) Gehen Sie hierfür unbedingt nach dem in der Dokumentation beschriebenen Verfahren vor. Bei Integration mit einem SAP-R/3-System ab dem Release-Stand 4.6B unterstützt SAP die Umstrukturierung mit dem SAP-R/3-Report RMRPAEVAL. Weitere Informationen finden Sie im SAP-Hinweis 593463.

Auswirkungen auf das Customizing

Weitere Informationen

Werksinterne Supply-Chain-Plannung in der Dokumentation des SAP APO






ROGBILLS - Synchronize billing plans   CPI1466 during Backup  
Diese Dokumentation steht unter dem Copyright der SAP AG.

Length: 14691 Date: 20240421 Time: 043137     sap01-206 ( 191 ms )